Kräuterfibel

Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium)

 

Kurzbeschreibung: Der Wiesen-Bärenklau hat einen gefurchten, rau und borstig behaarten hohlen Stängel. Aus einer großen Blattscheide wachsen große rauhaarige, unregelmäßig gekerbte und gesägte Blätter. Die älteren Blätter sind gefiedert und bestehen aus 5-7 Teilblättern. Jedes Teilblatt ist breit, lappig bis fiederlappig. Blätter und Stängel sind dicht behaart.

Die weißen Blüten haben 5 Kronblätter, die tief eingebuchtet sind und stehen in Dolden. Jede Dolde besteht aus 15-30 kleineren Dolden. Die äußeren Blüten der kleineren Dolden sind stark vergrößert. Die Kronblätter der äußeren Blüten können bis zu 1 cm lang werden.

Die Früchte sind geflügelte Doppelachänen (scheibenförmige Spaltfrucht) und verbreiten sich mit dem Wind als Schirmchenflieger.

 

Sammelzeit und Pflückhinweise:

Empfindliche Menschen können nach Berührung der Blätter oder Früchte Ausschläge bekommen, die so genannte Wiesendermatitis.

Die ganze Pflanze ist essbar. Da es jedoch ähnliche Pflanzen gibt, die giftig sind, ist darauf zu achten, dass es zu keinen Verwechslungen kommt.

Die jungen Blätter kann man im Frühjahr und später jeweils nach einem Rasenschnitt auch noch bis in den Herbst hinein ernten.

 

Verwechslungsgefahren:

Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum): zählt zu den giftigen Pflanzen, die einer Verbrennung ähnliche Hautreaktionen hervorrufen kann. Ihre Blätter sind riesig, bis zu 1 Meter lang und ihr Rand ist scharf gezähnt.

Hundspetersilie (Aethusa cynapium): zählt zu den giftigen Pflanzen. Sie ist nicht behaart und ihre Blätter sind mehrteilig. Sie strömt beim Zerreiben einen widerlichen Geruch aus.

Gefleckter Schierling (Conium maculatum): zählt zu den giftigen Pflanzen. Am Stengel befinden sich violette oder rote Flecken und die Blätter sind mehrteilig.

Waldengelwurz (Angelica sylvestris): ist essbar, kann als Gewürzkraut genutzt werden. Ihre Blätter sind nicht behaart.

Giersch (Aegopodium podagraria): ist essbar, nicht behaart und hat einen dreieckigen Querschnitt des Blattstiels.

Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris): ungiftig. Die Blätter sind 2- bis 3-fach gefiedert und dunkelgrün.

Gewöhnlicher Bärwurz (Meum athamanticum): ist essbar. Die Blätter sind sehr fein geteilt und die Pflanze hat über der Wurzel einen dunklen Haarschopf.

Süßdolde (Myrrhis odorata): ist essbar, hat gefiederte Blätter und riecht beim Zerreiben nach Lakritze.

Wiesensilge (Silaum silaus): Die Pflanze ist ungiftig. Die Blattzipfel sind 2-3 mm breit. Die Pflanze blüht gelb.

Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga): ist essbar. Die ganze Pflanze ist kahl und die Blätter unpaarig gefiedert.

Große Bibernelle (Pimpinella major): ist essbar. Die ganze Pflanze ist kahl und die Blätter unpaarig gefiedert.

Knollenkümmel (Bunium bulbocastanum):

Wiesenkümmel (Carum carvi): ist essbar. Die ganze Pflanze ist kahl, die Blätter sind mehrteilig.

Wilde Möhre (Daucus carota): ist essbar. Die Blätter sind mehrteilig

 

Hauptinhaltsstoffe:

Vitamine, Mineralstoffe, Eisen, Bitterstoffe, ätherische Öle

 

Verwendung in der Wildkräuterküche:

Der Wiesenbärenklau ist in allen Teilen essbar. Die jungen Triebe der Pflanze können als Gemüse, wie Spargel, zubereitet werden. Die Blüten schmücken als essbare Dekoration Salate. Die Samen sind als Würze verwendbar. Die Wurzel kann man als Gemüse kochen.