Kräuterfibel

Weiße Taubnessel (Lamium album)

 

Kurzbeschreibung:

Die weiße Taubnessel ist eine brennnesselartige Pflanze ohne Brennhaare und mit großen weißen Lippenblüten. Die 2-3cm langen Blüten stehen zu 6-16 in quirlartigen Blütenständen in den oberen Blattachseln. Ihre Oberlippe ist helmförmig gewölbt.

Nach der Blüte fallen die weißen Lippenblüten ab und darunter in einem Kelch reifen die Samen als kleine Nüsschen.

Die Blätter sind ei- bis herzförmig zugespitzt, regelmäßig gezähnt und gestielt. Sie stehen gekreuzt gegenständig an dem 4-kantig, rinnigen Stiel. Der Stängel ist oben zerstreut behaart bis kahl, unten dicht behaart.

 

Sammelzeit und Pflückhinweise:

Verwechslung: Andere Pflanzen aus der Familie der Lamiaceen, wie die Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum). Sie besitzt purpurne Blüten mit weiß und rot gefleckter Unterlippe. Außerdem sind ihre Blätter weniger lang gezogen und unregelmäßig gezähnt.

Die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum) sieht der Gefleckten Taubnessel sehr ähnlich, hat aber kleinere Blüten und oft violett überlaufene Blätter. Ihre Blätter sind stumpf oder nur kurz zugespitzt. Auch sind ihre Blattzähne breiter als lang.

Auch weitere Nesselarten sind der Weißen Taubnessel im nicht blühenden Zustand sehr ähnlich. Da aber keine dieser Pflanzen giftig ist, bereitet eine Verwechslung keine Probleme.

Die Gewöhnliche Brennnessel (Urtica dioica), auch ungiftig, hat winzige grünliche Blüten und Brennhaare auf den Stielen und Blättern.

Die Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium) hat ähnliche, aber spitzer zulaufende Blätter und ist steif borstig behaart. Auch sie ist nicht giftig und ähnelt nur im nicht blühenden Zustand den Taubnesseln.

 

Hauptinhaltsstoffe:

Iridoidglycoside, Flavonoide, Gerbstoffe und Schleimstoffe

 

Pflückhinweise:

Gesammelt wird die ganze blühende Pflanze.

 

Verwendung in der Wildkräuterküche:

Junge Blätter und Triebspitzen bieten sich vor der Blüte ab Februar und noch während der Hauptblüte im April als Salat an. Gekocht sind die Blätter und Triebspitzen relativ mild und besonders gut für Suppen geeignet. Sie eignen sich auch als spinatähnliches Gemüse oder als Hauptzutat für einen Auflauf.

Von April bis Oktober zieren die Blüten süße Desserts oder herzhafte bunte Kräuterbutter oder Salate. Aus den abgezupften Blüten lässt sich die süße Flüssigkeit heraussaugen.

Ab Ende Mai bis September findet man in den verbliebenen Blütenkelchen die Samen. Sie ergeben im Winter frische Keimlinge für Salate.

In milden Wintern sind nahezu das ganze Jahr hindurch junge Triebspitzen zu finden.

 

Geschmack:

Das Taubnesselkraut und die Keimlinge haben einen feinwürzigen Pilzgeschmack. Die Behaarung ist an zarten Pflanzenteilen nicht störend.